Die Schlacht bei Mailberg
Die 2. Hälfte des 11. Jhs. war von den Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst gekennzeichnet (Investiturstreit). Es ging dabei vor allem um die Laieninvestitur. (Recht des Kaisers, kirchliche Ämter mit Personen seiner Wahl zu besetzen).Dabei spielte auch das Streben der Fürsten nach mehr Macht gegenüber der kaiserlichen Zentralmacht eine entscheidende Rolle. Es bildete sich eine kaiserfeindliche und papstfreundliche Partei, der sich auch Markgraf Leopold II. unter Einfluss seiner Gemahlin Itha und des Bischofs Altmann von Passau anschloss.
Daraufhin belehnte König Heinrich IV. den Böhmenherzog Wratislaw mit der Mark Österreich.
Da zwischen Mähren und Österreich an der Thaya zusätzlich Grenzprobleme bestanden, kam es 1082 zu einem Feldzug, bei dem sich das österreichische und böhmische Heer, verstärkt durch viele Söldner, bei Mailberg im Weinviertel gegenüberstanden.
Der kluge Taktiker Herzog Wratislaw errang mit seinen Verbündeten einen vollständigen Sieg, während die Niederlage Leopolds II. schwer und verlustreich war. Viele Hochadelige und Ministeriale waren gefallen. Nach der Schlacht kam es zur Verwüstung der nördlichen Gebiete Niederösterreichs und zum Ausbruch einer großen Hungersnot.
Als Folge davon wurde die Grenze Mährens bis zum Waldrücken nördlich des Pulkautales vorgeschoben, das Gebiet um Znaim ging Österreich verloren. Die Herrschaft Leopolds war nie wirklich in Gefahr; er musste sich 1084 dem Kaiser Heinrich IV. nach dessen Rückkehr von der Kaiserkrönung in Rom unterwerfen, Herzog Wratislaw erhielt den Königstitel.


Eventuell: Ob die bis heute als "Schlagstatt" bezeichnete Flur zwischen Obritz und Mailberg tatsächlich nach dieser denkwürdigen Schlacht benannt wurde, muss ebenso offen bleiben wie die Frage, ob die 1899 beim Kellergraben gefundene große Menge an Menschen- und Pferdeknochen darauf zurückgeht.

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