Bauteile der Burg Gars

Am Ende des 11. Jahrhunderts trat ein Wandel im Burgenbau ein. Aus der von Erdwällen umgebenen Ringburg entwickelte sich die Steinburg, deren Mittelpunkt das "Feste Haus" bildete. Dieses Feste Haus war ein rechteckiger, mehrgeschossiger Steinbau. In der Nähe des Festen Hauses befand sich die Burgkapelle, die noch dem Kirchentypus von Langhaus mit Rundapside entsprach. Die Anlagen wurden weiterhin umwehrt, allerdings nun mit Steinmauern. In den Babenbergerresidenzen wurden in Zusammenhang mit der Entwicklung dieses neuen Burgentypus Burg und Siedlung voneinander getrennt. Die Herrschaftssitze wurden in Höhenlage errichtet und die Anlage war durch einen als Mauer aufgeführten Bering geschützt. Das Feste Haus, das den Mittelpunkt des Herrschaftssitzes bildete, war ein turmartiger Baukubus, der gleichzeitig Wohn- und Wehrfunktion inne hatte.
Die Garser Burg befindet sich weithin sichtbar auf dem terrassenförmigen Gelände des Thunauer Schlossberges. Dieser Gneisfelsen fällt in drei Stufen zum Kamp ab. An der höchsten Stelle befindet sich die von einer Ringmauer umgebene Hochburg, auf der anschließenden zweiten Terrasse erhebt sich der südliche Torturm mit der Burgkapelle sowie die umschließenden Befestigungen des 13. Jahrhunderts. Auf der untersten Terrasse, die durch einen alten Burgweg mit den oberen Terrassen verbunden war, befindet sich die ehemalige Pfarrkirche im Bereich der Vorburg.
Die Markgrafenburg wurde laut Seebach spätestens um 1075 erbaut und diente Leopold II. als Wohnsitz. Erstmals wurde sie im Jahr 1095, im Todesjahr des Markgrafen Leopold II., urkundlich erwähnt. Möglicherweise gebar die Gemahlin Leopolds II, Itha von Formbach-Ratelnberg, den späteren Markgrafen Leopold III. in dieser Residenz.
Zu den Bauteilen des 11. Jahrhunderts zählen neben dem Festen Haus Teile der Ringmauer sowie Teile der äußeren Ringmauer im Süden und der Südturm, in dessen Obergeschoß sich vermutlich die Burgkapelle befunden hatte. Auch die Anfänge der Gertrudskirche reichen in das 12. Jahrhundert zurück.

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